Welche laufenden Kosten entstehen nach dem Bau eines Padelplatzes?

Ein Padelplatz kostet laut DTB 3.500 bis 7.000 Euro je Court und Jahr für Pflege, Strom und Versicherung, dazu rund 8.000 Euro je neuem Kunstrasen.

Pflege eines Padel-Courts: eine Bürstenmaschine zieht über blauen Kunstrasen, daneben Sandsack und Laubbläser
Bürsten, Sand nachfüllen, Strom und Versicherung: die laufenden Kosten kommen jedes Jahr wieder. Bild: KI generiert.

Ein Padelplatz kostet nach dem Bau 3.500 bis 7.000 Euro je Court und Jahr für Pflege und Wartung, Strom und Versicherung. Diese Spanne nennt der Leitfaden "Zukunftsprojekt Padel" des Deutschen Tennis Bunds (DTB) von 2026. Dazu kommt der Kunstrasen: Ein neuer Belag kostet laut DTB rund 8.000 Euro und hält auf einem Außenplatz etwa 3 bis 5 Jahre, in einer Halle 5 bis 7 Jahre. Je nach Betriebsform zahlen Sie außerdem für Buchungssystem und Personal, in einer Halle für die Heizung. Zwei dieser Posten nennt der Padelplatz-Kostenrechner mit Zahl: Eine Traglufthalle kann bis zu 60.000 Euro Heiz- und Stromkosten in einer Wintersaison verursachen, und Dunkelstrahler kosten im Betrieb 10 bis 30 Euro je Stunde. Die übrigen Beträge hängen von Ihrem Stromtarif, Ihren Verträgen und Ihrer Betriebsform ab.

8 laufende Kosten fallen nach dem Bau eines Padelplatzes an

Ein Court ist das Spielfeld von 20 mal 10 Metern mit Wänden aus Glas und Gitter auf einem Stahlgerüst. Der Padelplatz ist die ganze Anlage mit Court, Fundament, Licht und Zugang. Manche laufenden Kosten fallen bei jedem Padelplatz an, andere nur in einer Halle oder nur, wenn Personal vor Ort ist.

Die Zahlen des DTB sind Richtwerte für Vereinsanlagen. Strom kostet je nach Tarif unterschiedlich viel, und Versicherer rechnen nach Ihrem Risiko. In der Tabelle steht deshalb neben jeder bekannten Zahl der Weg zu Ihrer eigenen.

Kostenposten Bekannte Zahl mit Quelle Weg zu Ihrer Zahl
Strom 1.500 bis 3.000 Euro je Court und Jahr (DTB), Flutlicht rund 1 Pfund je Court und Stunde in Großbritannien (LTA) Leistung der Strahler mal Brennstunden mal Arbeitspreis
Heizung einer Halle Traglufthalle bis 60.000 Euro je Wintersaison, Dunkelstrahler 10 bis 30 Euro je Stunde (Kostenrechner) Verbrauchsangabe des Hallen- oder Heizungsherstellers
Pflege und Wartung 1.000 bis 2.000 Euro je Court und Jahr (DTB) Pflegeanleitung des Belagherstellers, Wartungsangebot
Neuer Kunstrasen rund 8.000 Euro, außen nach 3 bis 5, in der Halle nach 5 bis 7 Jahren (DTB) Preis für einen späteren Belag im Angebot erfragen
Kontrollen an Stahl und Glas Schrauben alle 6 bis 12 Monate prüfen (LTA) Wartungsangebot des Court-Herstellers
Versicherung 1.000 bis 2.000 Euro je Court und Jahr (DTB) Angebot für Haftpflicht und Gebäude einholen
Buchungssystem keine allgemein gültige Zahl Angebot mit Grundgebühr und Gebühren je Buchung
Personal Mindestlohn 13,90 Euro brutto je Stunde seit 1. Januar 2026 (Bundesarbeitsministerium) Dienstplan mal Stundenlohn plus Arbeitgeberanteile

Die LTA (Lawn Tennis Association) ist der britische Tennisverband. Sie hat 2025 Bauhinweise für Padelplätze veröffentlicht, die auch den Betrieb abdecken. Ihre Werte gelten für britische Preise und zeigen die Größenordnung, nicht Ihre Rechnung.

Das Flutlicht kostet laut LTA rund 1 Pfund je Court und Stunde

Gespielt wird vor allem abends nach der Arbeit. Auf einem Außenplatz brennt das Flutlicht nur in den dunklen Stunden. In einer Halle brennt es meist in jeder gebuchten Stunde, auch am Tag. Wie hell es sein muss, misst man in Lux, der Einheit der Beleuchtungsstärke. Sie gibt an, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt. Für Training und Freizeitspiel verlangt die Norm EN 12193 mindestens 200 Lux, für offizielle Wettbewerbe 500 bis 750 Lux. Mehr Lux braucht stärkere Strahler und damit mehr Strom.

Der DTB plant für Strom 1.500 bis 3.000 Euro je Court und Jahr ein. Die LTA rechnet mit rund 1 Pfund je Court und Stunde und weist darauf hin, dass der Wert stark von Anordnung und Art der Leuchten abhängt. Wie viel weniger sparsame Strahler verbrauchen können, zeigt eine Anlage im schwedischen Kungälv. Dort leuchten nach Angaben des Leuchtenherstellers Performance in Lighting acht Strahler vier Courts mit durchschnittlich 300 Lux aus und nehmen zusammen 1.500 Watt auf. Das sind 375 Watt je Court.

Für Ihre eigenen Stromkosten multiplizieren Sie die Leistung der Strahler in Kilowatt mit den Brennstunden im Jahr und dem Arbeitspreis je Kilowattstunde. Die Leistung steht im Datenblatt der Strahler, den Arbeitspreis finden Sie auf Ihrer Stromrechnung. Ein Rechenbeispiel mit Annahmen zeigt die Größenordnung. Die Strahler aus Kungälv mit 0,375 Kilowatt je Court brennen 1.000 Stunden im Jahr, und die Kilowattstunde kostet 30 Cent. Dann kostet das Licht 112,50 Euro je Court und Jahr. Ältere oder stärkere Strahler können ein Vielfaches davon verbrauchen.

Eine Traglufthalle kann bis zu 60.000 Euro Heiz- und Stromkosten je Wintersaison verursachen

Eine Traglufthalle ist eine Hülle aus Kunststoffmembran, die ein Gebläse mit Überdruck aufrecht hält. Das Gebläse läuft ständig, auch nachts, und im Winter heizt die Halle zusätzlich. Deshalb erreichen ihre Heiz- und Stromkosten bis zu 60.000 Euro in einer Wintersaison. In der Anschaffung ist sie die günstigste geschlossene Überdachung, im Betrieb die teuerste.

In einer festen, gedämmten Halle heizen oft Dunkelstrahler. Das sind Infrarot-Heizstrahler, die nicht sichtbar glühen und vor allem Körper und Oberflächen erwärmen statt der Luft im großen Hallenraum. Im Betrieb kosten sie 10 bis 30 Euro je Stunde. Auf vier Spieler umgelegt sind das 2,50 bis 7,50 Euro je Person und Stunde, die Sie über den Buchungspreis weitergeben können.

Angenommen, die Strahler laufen in einem Winter 500 Stunden. Dann kostet die Heizung 5.000 bis 15.000 Euro. Die Zahl Ihrer Heizstunden hängt davon ab, wie viele Stunden Sie im Winter vermieten. Eine Padelhalle kostet schon im Bau deutlich mehr als ein Außenplatz, und die Heizung kommt im Betrieb hinzu.

Für den Kunstrasen legen Sie 1.600 bis 2.700 Euro im Jahr zurück

Eine Rücklage ist Geld, das Sie jedes Jahr zurücklegen, damit der Austausch eines Bauteils bezahlt ist, wenn er fällig wird. Ein neuer Kunstrasen kostet laut DTB rund 8.000 Euro. Auf einem Außenplatz hält er etwa 3 bis 5 Jahre, also legen Sie 1.600 bis 2.700 Euro im Jahr zurück. In einer Halle hält er 5 bis 7 Jahre, dann reichen etwa 1.150 bis 1.600 Euro. Der britische Tennisverband LTA empfiehlt für Belag, Leuchten und Masten zusammen 1.500 Pfund je Court und Jahr. Für Stahlgerüst, Glas und Dach rät die LTA zu einer zusätzlichen Rücklage nach der Lebensdauer, die der Hersteller angibt.

Der Belag ist ein Kunstrasen, der mit Quarzsand verfüllt wird. Der Sand liegt zwischen den Fasern, macht den Belag griffig und lässt den Ball gleichmäßig abspringen. Durch Spiel und Wetter geht Sand verloren. Der spanische Fachhändler Padel Point rät, den Sand alle 6 Monate zu prüfen, ihn alle 6 bis 12 Monate teilweise nachzufüllen und ihn alle 2 bis 4 Jahre vollständig zu tauschen. Der Belaghersteller Mondo empfiehlt, den Rasen regelmäßig zu bürsten und ihn ein- bis zweimal im Jahr gründlich zu pflegen. Unter Bäumen fallen Laub und Moos an, dort steigt der Aufwand.

Der Kostenrechner kennt beim Bau nur den Aufpreis zwischen den Rasenarten, zum Beispiel 1.500 bis 2.500 Euro für texturierten Kunstrasen. Lassen Sie sich beim Kauf des Courts gleich den Preis für einen späteren Austausch des Belags nennen. Dann rechnen Sie die Rücklage mit Ihrem eigenen Preis statt mit dem Richtwert des DTB.

Glas und Stahl prüfen Sie wöchentlich, die Schrauben alle 6 bis 12 Monate

Ein Padelplatz ist ein Bauwerk aus Glas, Stahl und Netz, und alle drei verschleißen. Die LTA empfiehlt, Glasscheiben und Stahlgerüst jede Woche auf Risse, Abplatzungen und Rost zu prüfen. Auch Netz und Netzpfosten gehören zur wöchentlichen Kontrolle. Alle 6 bis 12 Monate sollen alle Schrauben am Stahlrahmen und an den Glasscheiben geprüft, nachgezogen und bei Rost getauscht werden.

Beim Kauf sollte der Court nach den Hinweisen der LTA mindestens 10 Jahre Garantie haben, der Schutz gegen Korrosion mindestens 5 Jahre. Achten Sie im Angebot darauf, ob die Garantie an eine regelmäßige Wartung gebunden ist. An der Küste rosten Stahlteile schneller. Die technischen Richtlinien von DuelPadel, veröffentlicht vom Tennisverband Rheinland-Pfalz, verlangen mindestens feuerverzinkten Stahl und empfehlen dort eine zusätzliche Beschichtung.

Zersprungene Scheiben, gerissene Netze und verbogene Türen bezahlen Sie aus dem laufenden Budget oder der Rücklage. Was eine Ersatzscheibe kostet, unterscheidet sich je nach Hersteller und Scheibengröße. Fragen Sie vor dem Kauf nach dem Preis einer Ersatzscheibe und danach, wie schnell sie geliefert wird.

Ein Verein ist über seinen Landessportbund versichert, ein Betreiber braucht eigene Verträge

Vereine, die Mitglied in ihrem Landessportbund sind, haben über diesen eine Sportversicherung. In 15 Landessportbünden und Landessportverbänden läuft sie über die ARAG. Sie deckt Haftpflicht, Unfall, Rechtsschutz und Vertrauensschäden ab. Für Gebäude und Vereinseigentum wie Court und Halle bietet die ARAG eigene Zusatzverträge an, etwa eine Gebäudeversicherung. Welche Leistungen die Sportversicherung genau umfasst, nennt das Versicherungsbüro Ihres Landessportbunds.

Ein privater oder gewerblicher Betreiber braucht eine eigene Betriebshaftpflicht. Sie zahlt, wenn der Betreiber für einen Schaden haftet, den Spieler oder Besucher auf der Anlage erleiden. Für eine Halle kommt eine Gebäudeversicherung hinzu. Was beides kostet, rechnet der Versicherer nach Größe der Anlage, Betriebsform und gewünschter Deckung. Holen Sie dafür mindestens zwei Angebote ein.

Auch das Buchungssystem ist ein Vertrag mit laufenden Kosten. Über Apps wie Playtomic oder Eversports buchen und bezahlen die Spieler und bekommen einen Code für den Eingang. Die Anbieter rechnen unterschiedlich ab. Fragen Sie nach der monatlichen Grundgebühr, nach Gebühren je Buchung oder Zahlung und nach der Vertragslaufzeit.

Häufige Fragen zu den laufenden Kosten eines Padelplatzes

Wie hoch sind die Stromkosten für das Flutlicht eines Padelplatzes?

Die Stromkosten für das Flutlicht eines Padelplatzes liegen nach den Bauhinweisen des britischen Tennisverbands LTA bei rund 1 Pfund je Court und Stunde. Moderne LED können deutlich darunter liegen, in einer Anlage in Kungälv nehmen die Strahler 375 Watt je Court auf. Ihre eigenen Kosten ergeben sich aus der Leistung der Strahler, den Brennstunden und dem Arbeitspreis auf Ihrer Stromrechnung.

Wie oft muss der Kunstrasen eines Padelplatzes erneuert werden?

Den Kunstrasen eines Padelplatzes müssen Sie laut DTB auf einem Außenplatz nach etwa 3 bis 5 Jahren erneuern, in einer Halle nach 5 bis 7 Jahren. Ein neuer Belag kostet rund 8.000 Euro. Wie lange er tatsächlich hält, hängt von den Spielstunden, dem Wetter und der Pflege ab.

Wie oft muss Quarzsand auf einem Padelplatz nachgefüllt werden?

Quarzsand auf einem Padelplatz wird nach Angaben des Fachhändlers Padel Point alle 6 bis 12 Monate teilweise nachgefüllt und alle 2 bis 4 Jahre vollständig getauscht. Anlagen mit vielen Spielstunden brauchen den Tausch früher. Ob der Sand fehlt, zeigen Unebenheiten, Pfützen nach Regen und Fasern, die flach am Boden liegen.

Was kostet Personal für einen Padelplatz?

Personal für einen Padelplatz kostet in Deutschland mindestens den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro brutto je Stunde, der seit dem 1. Januar 2026 gilt. Am 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Dazu kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, und die Summe hängt davon ab, wie viele Stunden der Empfang besetzt ist.

Was braucht ein Padelplatz, der ohne Personal betrieben wird?

Ein Padelplatz ohne Personal braucht eine Buchungs-App, ein elektronisches Türschloss und eine automatische Lichtsteuerung. Nach der Buchung bekommt der Spieler einen Code, der Tür und Licht für die gebuchte Zeit freischaltet. Ein Smart Lock kostet 300 bis 600 Euro, ein Drehkreuz 1.500 bis 3.000 Euro, und Reinigung und Kontrolle übernehmen Sie oder ein Dienstleister in festen Abständen.