Wie viel kosten Unterbau und Bodenplatte für einen Padelplatz?
Unterbau und Fundament eines Padelplatzes kosten je Court 20.000 Euro bis 40.000 Euro. Ringfundament, Betonplatte und Dränasphalt im Vergleich.

Unterbau und Bodenplatte eines Padelplatzes kosten je Court 20.000 Euro bis 40.000 Euro. Eine Bodenplatte aus Stahlbeton, kurz Stahlbetonplatte, kostet 20.000 bis 35.000 Euro. Ein Ringfundament mit Schotter im Inneren kostet 20.000 bis 30.000 Euro und ein Dränasphalt-System 30.000 bis 40.000 Euro. Die Werte sind Preisspannen des Padelplatz-Kostenrechners, Preisstand 2026, ohne Umsatzsteuer. Welches der drei Fundamente Sie brauchen, entscheiden die Tragfähigkeit des Bodens und der Grundwasserstand. Das Bodengutachten, das diese Frage klärt, ist im Preis nicht enthalten.
Drei Fundamente kosten je Court 20.000 Euro bis 40.000 Euro
Ein Court ist das Spielfeld von 20 mal 10 Metern mit Wänden aus Glas und Gitter auf einem Stahlgerüst. Der Ball prallt ständig gegen diese Wände, und der Wind drückt auf die großen Glasflächen. Jeder Pfosten leitet diese Kräfte als Punktlast in den Boden, also als Kraft, die auf eine sehr kleine Fläche wirkt. Gibt der Boden darunter nach, setzt sich der Court ungleichmäßig, und Glasscheiben können brechen. Deshalb braucht ein Padelplatz im Freien ein Fundament.
Bei einem Außenplatz mit Standard-Court ist das Fundament der teuerste Einzelposten, noch vor dem Court. Ein Standard-Court kostet 12.600 bis 22.000 Euro, das günstigste Fundament bereits 20.000 bis 30.000 Euro.
| Fundament | Preis je Court | Aufbau | Regenwasser | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Ringfundament | 20.000 bis 30.000 Euro | umlaufender Betonrahmen, innen Schotter oder Splitt | sickert durch Rasen und Schotter | tragfähigen Boden |
| Stahlbetonplatte | 20.000 bis 35.000 Euro | bewehrte Betonplatte über die ganze Fläche | läuft über ein leichtes Gefälle ab | schwachen Boden, hohes Grundwasser |
| Dränasphalt-System | 30.000 bis 40.000 Euro | großporiger Asphalt innerhalb eines Ringfundaments | sickert senkrecht in den Schotter | Standorte mit viel Regen |
Die Preise gelten je Court. Baut ein Verein zwei Courts, verdoppelt sich der Posten im Kostenrechner. Ob eine Baufirma für zwei Fundamente in einem Zug einen Nachlass gibt, steht erst in ihrem Angebot.
Für einen Court in einer bestehenden Halle rechnet der Kostenrechner kein Fundament. Der Court steht dort auf dem vorhandenen Hallenboden. Ob dieser Boden die Pfosten trägt und eben genug ist, prüft der Court-Hersteller vor dem Kauf.
Das Ringfundament kostet 20.000 bis 30.000 Euro und reicht für tragfähigen Boden
Beim Ringfundament, auch Streifenfundament genannt, gießt die Baufirma einen umlaufenden Rahmen aus Stahlbeton. Auf ihm werden die Stahlpfosten des Courts mit Fußplatten verankert. Der britische Tennisverband LTA (Lawn Tennis Association) rechnet in seinen Bauhinweisen von 2025 mit einem Ring von 400 Millimetern Breite an der Oberfläche. Wie tief und in welcher Form der Ring in den Boden reicht, berechnet ein Tragwerksplaner, also ein Bauingenieur für die Statik, für das jeweilige Grundstück.
Innerhalb des Rings tauscht die Baufirma den Boden aus und baut eine kapillarbrechende Schicht aus Schotter oder Splitt ein. Diese Schicht verhindert, dass Wasser aus dem Untergrund nach oben steigt. Auf tragfähigem Boden ist das Ringfundament die günstigste Lösung.
Es hat eine Schwäche. Die Fläche innerhalb des Rings kann sich mit der Zeit setzen, während der Betonring starr bleibt. Dann bilden sich Kuhlen im Kunstrasen. Manche Richtlinien verlangen unter dem Kunstrasen grundsätzlich eine gebundene, harte Tragschicht aus Asphalt oder Beton, etwa die technischen Richtlinien von DuelPadel, die der Tennisverband Rheinland-Pfalz veröffentlicht. Fragen Sie den Court-Hersteller vor der Planung, welchen Aufbau er für seine Garantie voraussetzt.
Eine Stahlbetonplatte kostet 20.000 bis 35.000 Euro und trägt auch auf schwachem Boden
Bei instabilem Boden oder hohem Grundwasser führt an einer bewehrten Betonplatte oft kein Weg vorbei. Bewehrt heißt, dass Stahlstäbe oder Stahlmatten im Beton liegen und die Platte zusammenhalten. Die Platte trägt den Court auf ganzer Fläche und verteilt die Last der Pfosten auf den Boden darunter.
Beton lässt allerdings kein Wasser durch. Der Regen sickert durch den Kunstrasen bis auf die Platte und muss dort seitlich ablaufen. Dafür bekommt die Platte ein Gefälle von 0,5 bis 1 Prozent, also 5 bis 10 Millimeter auf einen Meter. Das Gefälle verändert den Ballabsprung leicht, und im Winter kann die Fläche vereisen. Manche Richtlinien lassen gar kein Gefälle zu, auch das klären Sie vorher mit dem Hersteller des Courts.
Wie dick die Platte wird und wie viel Stahl hineinkommt, legt der Tragwerksplaner nach dem Bodengutachten fest. Eine pauschale Stärke für alle Grundstücke gibt es nicht.
Dränasphalt kostet 30.000 bis 40.000 Euro und ist nach Regen in Minuten bespielbar
Beim Dränasphalt-System baut die Baufirma innerhalb eines Ringfundaments eine Schicht aus großporigem Asphalt ein. Durch die Poren sickert der Regen senkrecht in den Schotter darunter. Der Platz braucht deshalb kein Gefälle und ist wenige Minuten nach einem Starkregen wieder bespielbar. Im Sportplatzbau gilt Dränasphalt als die hochwertigste der drei Lösungen.
Die LTA empfiehlt diesen Aufbau für Außenplätze. Unten liegt im Schnitt 250 Millimeter wasserdurchlässiger, frostsicherer Schotter. Darauf folgen 65 Millimeter Dränasphalt in zwei Lagen. Ein Drainagerohr im Inneren führt das Wasser durch den Betonring nach außen zu einer Stelle, an der es versickern oder abfließen darf.
Der Aufpreis gegenüber dem Ringfundament beträgt im Kostenrechner 10.000 Euro je Court. Wer an einem Standort mit viel Regen baut, gewinnt dafür Spielstunden, die auf einem nassen Platz ausfallen würden.
Ein Bodengutachten entscheidet, welches Fundament Ihr Grundstück braucht
Welches Fundament passt, hängt davon ab, wie viel der Boden trägt, wie hoch das Grundwasser steht und wie er auf Frost reagiert. Bindige Böden wie Lehm oder Ton gelten als frostempfindlich, weil sie Wasser halten, das beim Gefrieren den Boden anhebt. Deshalb sieht die LTA unter dem Court eine Tragschicht aus frostsicherem Material vor. Eine Tragschicht ist eine verdichtete Lage aus Schotter, die das Gewicht verteilt. Diese Fragen klärt ein Bodengutachten vor der Planung. Den Preis dafür nennt Ihnen ein Baugrundgutachter, nachdem er das Grundstück kennt.
Einige Kosten rund um das Fundament stehen in keiner Preisspanne des Kostenrechners, weil sie nur vor Ort feststellbar sind.
- Ein Hang, eine alte Aufschüttung oder ein Bodenaustausch in großer Tiefe vergrößern die Erdarbeiten. Die Menge ermittelt die Baufirma nach dem Bodengutachten.
- Lkw, Betonmischer und bei Bedarf eine Betonpumpe müssen an die Baustelle heranfahren. Eine schmale oder unbefestigte Zufahrt verteuert den Bau, und die Baufirma nennt den Aufwand nach einer Besichtigung.
- Ob das Regenwasser auf dem Grundstück versickern darf oder in den Kanal geleitet werden muss, regelt die Entwässerungssatzung Ihrer Gemeinde. Die Regeln sind je nach Gemeinde unterschiedlich und beim Bauamt zu erfragen.
Die übrigen Posten eines kompletten Padelplatzes kommen zum Fundament hinzu. Der Court selbst, Licht, Transport und Montage sind darin noch nicht enthalten.
Häufige Fragen zu Unterbau und Fundament eines Padelplatzes
Wie eben muss der Unterbau eines Padelplatzes sein?
Der Unterbau eines Padelplatzes darf nach den technischen Richtlinien von DuelPadel höchstens 3 Millimeter auf 3 Meter und höchstens 10 Millimeter auf der ganzen Länge von 20 Metern abweichen. Fugen dürfen höchstens 5 Millimeter breit sein. Der Kunstrasen liegt direkt auf dem Unterbau und gibt jede Unebenheit an den Ball weiter.
Darf das Fundament eines Padelplatzes im Winter betoniert werden?
Das Fundament eines Padelplatzes darf auch im Winter betoniert werden, wenn der Beton warm genug eingebaut und geschützt wird. Nach dem Merkblatt des Baustoffherstellers Holcim zum Betonieren bei kaltem Wetter darf frischer Beton beim Einbau nicht kälter als 5 Grad sein. Bei Lufttemperaturen unter minus 3 Grad muss er zusätzlich mindestens drei Tage lang 10 Grad halten, und auf gefrorenem Boden darf gar nicht betoniert werden. Heizen, Abdecken und warme Ausgangsstoffe verteuern den Bau im Winter.
Braucht ein Court in einer bestehenden Halle ein eigenes Fundament?
Ein Court in einer bestehenden Halle braucht in der Regel kein eigenes Fundament, weil er auf dem vorhandenen Hallenboden steht. Der Boden muss aber die Pfosten tragen und so eben sein wie der Unterbau eines Außenplatzes. Lassen Sie beides vom Court-Hersteller prüfen, bevor Sie die Halle mieten oder kaufen.
Kann ein Padelplatz auf einem alten Tennisplatz gebaut werden?
Ein Padelplatz kann auf einem alten Tennisplatz gebaut werden, wenn ein Tragwerksplaner den vorhandenen Aufbau prüft. Die Pfosten brauchen auch dort eine Verankerung im Boden. Die LTA schließt für dauerhafte Außenplätze Fundamente aus, die nur aus Stahlplatten bestehen oder oberirdisch aufliegen. Ob die alte Fläche innerhalb eines neuen Ringfundaments als Tragschicht bleiben kann, hängt davon ab, ob sie eben und intakt ist.
Wer baut das Fundament für einen Padelplatz?
Das Fundament für einen Padelplatz baut eine Tiefbaufirma nach den Plänen eines Tragwerksplaners und den Vorgaben des Court-Herstellers. Die LTA empfiehlt Firmen, die das ganze System einschließlich Fundament und Flutlicht bauen. Dann haftet ein Unternehmen für Fundament und Court zusammen.