Welche Fördergelder gibt es für den Bau von Sportanlagen?
Vereine bekommen für Sportanlagen Zuschüsse von Land und Gemeinde, in NRW bis zu 90 Prozent. Betreiber nutzen KfW-Kredite. Programme und Bedingungen.

Für den Bau von Sportanlagen gibt es Zuschüsse der Länder, die meist über den Landessportbund laufen, Zuschüsse der Gemeinden und Förderkredite der KfW. Zuschüsse bekommen in der Regel gemeinnützige Sportvereine, gewerbliche Betreiber finanzieren mit Krediten. Nordrhein-Westfalen zahlt Sportvereinen bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Hessen gab dem TC Hungen 2025 für einen Padelplatz 38.000 Euro.
Ein Förderprogramm nur für Padelplätze gibt es nicht. Der Padelplatz eines Vereins fällt unter die allgemeine Sportstättenförderung, so wie ein Tennis- oder Fußballplatz. Programme, Förderquoten und Fristen unterscheiden sich je nach Bundesland. Die geltenden Bedingungen nennt Ihnen der Landessportbund Ihres Landes.
4 Förderebenen von der Gemeinde bis zum Bund
| Förderebene | Art der Förderung | Wer sie bekommt | Beispiel aus 2025 und 2026 |
|---|---|---|---|
| Land | Zuschuss, meist über den Landessportbund | gemeinnützige Sportvereine, die Mitglied im Landessportbund sind | Nordrhein-Westfalen zahlt bis zu 90 Prozent, Hessen gab 38.000 Euro für den Padelplatz des TC Hungen. |
| Gemeinde | Zuschuss nach der Vereinsförderrichtlinie der Gemeinde | Vereine am Ort | Bad Dürkheim sah 19.242,72 Euro für zwei Padel-Courts eines Tennisclubs vor. |
| KfW | Förderkredit über die Hausbank | gemeinnützige Organisationen, kleine und mittlere Unternehmen, Gründer | Der IKU-Kredit nennt Sporteinrichtungen ausdrücklich. |
| Bund | Zuschuss im Programm "Sanierung kommunaler Sportstätten" | nur Städte, Gemeinden und Kreise | Gefördert werden Sanierungen mit mindestens 250.000 Euro Bundesmitteln. |
Die Angaben stammen vom Land Nordrhein-Westfalen und der NRW.BANK, vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, von der Stadt Bad Dürkheim, von der KfW und vom Bundesbauministerium. Weitere Angaben stammen aus dem Leitfaden "Zukunftsprojekt Padel" des Deutschen Tennis Bundes (DTB) von 2026.
Die Ebenen lassen sich kombinieren. Ein Verein kann einen Zuschuss des Landes, einen Zuschuss der Gemeinde und einen Kredit für den Eigenanteil zusammen nutzen. Laut DTB lässt sich ein Padelplatz aber in der Regel nicht vollständig über Fördermittel finanzieren.
Nordrhein-Westfalen zahlt Sportvereinen bis zu 90 Prozent, der Sportbund Pfalz 40 Prozent
Ein Landessportbund ist der Dachverband der Sportvereine eines Bundeslandes. In vielen Ländern nimmt er die Anträge für den Sportstättenbau entgegen oder verteilt die Mittel des Landes. In Nordrhein-Westfalen und Bayern muss ein Verein für einen Zuschuss über einen Fachverband oder einen Kreissportbund dem Landessportbund angehören. Ein reiner Padel-Verein klärt deshalb vorab, über welchen Verband er Mitglied werden kann.
In Nordrhein-Westfalen stellt das Programm "Moderne Sportstätte Nordrhein-Westfalen" 200 Millionen Euro für Sportvereine bereit und fördert ausdrücklich auch den Neubau von Sportanlagen. Bei einer Förderung von 25.000 bis 100.000 Euro übernimmt das Land bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, bei mehr als 100.000 Euro bis 1 Million Euro bis zu 85 Prozent. Die Förderung beträgt mindestens 25.000 Euro. Der Verein muss seit dem 1. Januar 2026 Mitglied in einem Stadt- oder Kreissportbund oder einem Fachverband des Landessportbunds sein. Außerdem muss er die Anlage nach der Fertigstellung noch mindestens 10 Jahre nutzen dürfen. Seine Projektskizze reicht er über das Förderportal des Landessportbunds Nordrhein-Westfalen ein, und das Programm gilt bis zum 31. März 2031.
Hessen fördert über das Sonder-Investitionsprogramm "Sportland Hessen", das seit 2007 besteht. Es zahlt für Sanierungen, Modernisierungen, Erweiterungen und Neubauten von Sportstätten. Im September 2025 erhielt der Tennisclub Hungen 1975 daraus 38.000 Euro für den Bau eines Padelplatzes.
In Rheinland-Pfalz beantragte der Tennisclub Schwarz-Weiß 1903 Bad Dürkheim für zwei Padel-Courts einen Zuschuss beim Sportbund Pfalz. Laut einer Vorlage der Stadt Bad Dürkheim vom September 2025 fördert der Sportbund solche Projekte mit 40 Prozent, die Höchstsumme liegt bei 100.000 Euro.
In Bayern setzt die Sportförderrichtlinie voraus, dass ein Verein gemeinnützig ist, seinen Sitz in Bayern hat und einem anerkannten Dachverband wie dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) angehört. Die Richtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2028.
In den übrigen Ländern gelten eigene Programme mit eigenen Quoten und Fristen. Fragen Sie beim Landessportbund Ihres Landes nach, bevor Sie Angebote einholen.
Bad Dürkheim fördert Vereinsbauten mit 7,5 bis 20 Prozent, gestaffelt nach der Investition
Viele Städte und Gemeinden haben eine eigene Vereinsförderrichtlinie. Darin steht, für welche Bauvorhaben ein Verein einen Zuschuss bekommt und wie hoch er ausfällt. Den Zuschuss der Gemeinde kann der Verein meist zusätzlich zum Zuschuss des Landes beantragen.
Ein Beispiel ist die Stadt Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Ihre Verwaltung legte dem Sozialausschuss im September 2025 einen Zuschuss für zwei Padel-Courts des Tennisclubs Schwarz-Weiß 1903 zur Entscheidung vor. Die förderfähigen Kosten lagen bei 196.902,87 Euro. Die Stadt staffelt ihren Zuschuss nach der Höhe der Investition.
| Teil der Investition | Fördersatz der Stadt Bad Dürkheim | Zuschuss im Beispiel |
|---|---|---|
| bis 26.000 Euro | 20 Prozent | 5.200 Euro |
| über 26.000 bis 75.000 Euro | 10 Prozent | 4.900 Euro |
| über 75.000 Euro | 7,5 Prozent | 9.142,72 Euro |
| Summe | 19.242,72 Euro |
Der vorgeschlagene Zuschuss der Stadt deckt damit knapp 10 Prozent der Kosten. Er ist als Höchstbetragszuschuss angelegt. Sinken die förderfähigen Kosten, sinkt also auch der Zuschuss. Anträge für größere Vorhaben mussten in Bad Dürkheim bis zum 31. Mai des Jahres vor dem Baubeginn gestellt werden. Andere Gemeinden haben andere Sätze und Fristen, die das Sportamt Ihrer Gemeinde nennt.
Das Bundesprogramm für Sportstätten fördert nur Sanierungen von Kommunen ab 555.000 Euro
Der Bund fördert mit dem Programm "Sanierung kommunaler Sportstätten" die Sanierung bestehender Sportstätten. Antragsberechtigt sind nur Städte, Gemeinden und Kreise. Eine Anlage, die einem Verein gehört, kann nur über die Kommune gefördert werden. Ersatzneubauten sind nur in Ausnahmefällen förderfähig, wenn sie wirtschaftlicher sind als eine Sanierung.
Der Bund trägt bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, eine Kommune in Haushaltsnotlage bis zu 75 Prozent. Der Bundesanteil muss mindestens 250.000 Euro betragen und darf höchstens 8 Millionen Euro erreichen. Ein Projekt muss deshalb mindestens 555.000 Euro kosten, in Haushaltsnotlage 333.000 Euro. Für den ersten Projektaufruf standen 333 Millionen Euro bereit, und laut Bundesbauministerium gingen über 3.600 Interessenbekundungen mit mehr als 7,5 Milliarden Euro Förderwunsch ein.
Ein neuer Padelplatz mit einem Court passt damit nicht in das Programm. Das Programm kann aber für die Sanierung einer größeren Sportanlage in Frage kommen, auf der auch Padel gespielt wird. Den Antrag stellt dann die Kommune.
Die KfW fördert Sportanlagen mit Krediten, auch für gewerbliche Betreiber
Die KfW ist die Förderbank des Bundes. Sie vergibt für Sportanlagen Förderkredite und keine Zuschüsse. Ihre Kredite beantragen Sie bei Ihrer Hausbank, also der Bank, mit der Sie zusammenarbeiten, und zwar bevor das Vorhaben beginnt.
| KfW-Programm | Für wen | Wichtigste Bedingungen |
|---|---|---|
| IKU, Investitionskredit Kommunale und Soziale Unternehmen (148) | gemeinnützige Antragsteller und kommunale Unternehmen | nennt Sporteinrichtungen ausdrücklich, bis zu 100 Prozent der Kosten |
| ERP-Förderkredit KMU (365 und 366) | kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige | bis zu 25 Millionen Euro je Vorhaben, bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, Merkblatt mit Stand 10. Dezember 2025 |
| ERP-Gründerkredit StartGeld (067) | Gründer und Unternehmen, die weniger als 5 Jahre am Markt sind | bis zu 200.000 Euro, die KfW übernimmt 80 Prozent des Kreditrisikos |
Den Zinssatz legt die KfW am Tag der Zusage fest, abhängig von Kreditwürdigkeit und Sicherheiten. Die Höchstzinssätze stehen in der Konditionenübersicht der KfW unter kfw.de/konditionen. Wie sich Kredit, Zuschuss und Leasing zu einer Finanzierung eines Padelplatzes verbinden lassen, hängt davon ab, ob Sie als Verein oder als Unternehmen bauen.
Für gewerbliche Betreiber bleiben von den Fördermitteln vor allem die Kredite der KfW. Die Sportstättenförderung der Länder richtet sich an gemeinnützige Sportvereine. Nordrhein-Westfalen nennt als Antragsteller Sportvereine, und Bayern verlangt die Gemeinnützigkeit. Ein gewerblicher Betreiber, der Courts stundenweise an jedermann vermietet, erfüllt diese Bedingungen nicht. Ohne Zuschuss muss eine kommerzielle Außenanlage im Jahr 410 bis 708 Stunden zu je 32 Euro vermieten, damit sich der Padelplatz als Investition rechnet und in 10 Jahren bezahlt ist.
Der DTB beschreibt außerdem Modelle, in denen private Investoren und Vereine zusammenarbeiten, etwa über Pacht, Umsatzbeteiligung oder eine gemeinsame Betreibergesellschaft. Ob ein Verein in einem solchen Modell förderfähig bleibt, klärt er vor dem Antrag mit dem Landessportbund.
Mit Förderantrag vergehen von der Idee bis zur Eröffnung 1,5 bis 2 Jahre
Der DTB rechnet in seinem Leitfaden für einen Verein mit eineinhalb bis zwei Jahren von der ersten Idee bis zur Eröffnung eines Padelplatzes. Ein großer Teil davon entfällt auf Förderantrag, Bescheid und Zwischenfinanzierung. Die Schritte laufen in dieser Reihenfolge:
- Stadt- oder Kreissportbund, Sportamt der Gemeinde und Landessportbund beraten den Verein und nennen die passenden Programme.
- Der Verein holt Angebote von Court-Herstellern ein. Der DTB empfiehlt eine Bindefrist von etwa 6 Monaten, weil die Förderung Zeit braucht.
- Der Förderantrag braucht viele Nachweise, und die Arbeit daran dauert laut DTB meist drei bis vier Monate. Er muss gestellt sein, bevor der Verein den ersten Bauauftrag vergibt.
- Der Förderbescheid kann sich um bis zu 6 Monate verzögern. Wer vorher baut, hat laut DTB keine Garantie mehr auf den Zuschuss. Manche Förderstellen erlauben auf Antrag einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn, also einen Baustart vor dem Bescheid.
- Der Zuschuss fließt in der Regel erst nach der Fertigstellung, und der Verein weist die Kosten mit Rechnungen nach. Für die Zwischenfinanzierung sollte er laut DTB mindestens 12 Monate einplanen.
Wann genau ein Vorhaben als begonnen gilt, regelt die jeweilige Förderrichtlinie. Oft zählt schon die Unterschrift unter einen Bau- oder Liefervertrag. Planen Sie den Bau deshalb erst nach dem Bescheid oder nach der Erlaubnis zum vorzeitigen Beginn.
Häufige Fragen zur Förderung von Sportanlagen
Gibt es Fördergelder speziell für Padelplätze?
Nein, Fördergelder speziell für Padelplätze gibt es nicht. Der Padelplatz eines gemeinnützigen Vereins fällt unter die allgemeine Sportstättenförderung von Land und Gemeinde. So gab das Land Hessen dem TC Hungen im September 2025 aus dem Programm "Sportland Hessen" 38.000 Euro für den Bau eines Padelplatzes.
Bekommt ein gewerblicher Padelbetreiber Zuschüsse für den Bau?
Ein gewerblicher Padelbetreiber bekommt in der Regel keine Zuschüsse aus der Sportstättenförderung, weil die Landesprogramme gemeinnützige Sportvereine fördern. Er kann aber Förderkredite der KfW über seine Hausbank beantragen. Das sind der ERP-Förderkredit KMU und für junge Unternehmen der ERP-Gründerkredit StartGeld.
Wie hoch ist der Zuschuss für den Padelplatz eines Vereins?
Der Zuschuss für den Padelplatz eines Vereins hängt vom Land, vom Programm und von der Gemeinde ab. Nordrhein-Westfalen zahlt bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, der Sportbund Pfalz fördert mit 40 Prozent, und die Stadt Bad Dürkheim sah für zwei Padel-Courts knapp 10 Prozent vor. Laut DTB lässt sich ein Padelplatz in der Regel nicht vollständig über Fördermittel finanzieren.
Wann muss ein Verein den Förderantrag für einen Padelplatz stellen?
Den Förderantrag für einen Padelplatz muss ein Verein stellen, bevor er den ersten Bauauftrag vergibt. Der Antrag selbst dauert laut DTB meist drei bis vier Monate, und der Bescheid kann sich um bis zu 6 Monate verzögern. Manche Gemeinden verlangen den Antrag schon im Vorjahr, in Bad Dürkheim bis zum 31. Mai.
Wer berät Vereine zur Förderung eines Padelplatzes?
Vereine zur Förderung eines Padelplatzes beraten der Stadt- oder Kreissportbund, das Sportamt der Gemeinde und der Landessportbund. Der DTB empfiehlt, zuerst bei der Gemeinde und dem regionalen Sportbund nachzufragen. Der Landessportbund nennt die Ansprechpartner für den Sportstättenbau.
Fördert das Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten neue Padelplätze?
Nein, das Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" fördert keine neuen Padelplätze. Es fördert die Sanierung bestehender Sportstätten, und nur Städte, Gemeinden und Kreise dürfen Anträge stellen. Der Bundesanteil muss mindestens 250.000 Euro betragen, ein Projekt also mindestens 555.000 Euro kosten.