Rechnet sich ein Padelplatz als Investition?
Ein Vereins-Außenplatz für 46.100 bis 76.000 Euro ist in 10 Jahren bezahlt, wenn er 304 bis 541 Stunden im Jahr vermietet. Mit Rechenweg.

Ein Padelplatz rechnet sich, wenn er genug Stunden vermietet. Ein Außenplatz für einen Verein kostet nach den Preisspannen des Padelplatz-Kostenrechners 46.100 bis 76.000 Euro je Court. Er hat seine Baukosten in 10 Jahren zurückgebracht, wenn er im Jahr 304 bis 541 Stunden zu je 32 Euro vermietet, also rund 6 bis 11 Stunden pro Woche. Eine kommerzielle Außenanlage mit Lärmschutz für 80.000 bis 129.500 Euro braucht dafür 410 bis 708 Stunden im Jahr.
Die 32 Euro sind der durchschnittliche Stundenpreis, den der Deutsche Tennis Bund (DTB) in seinem Leitfaden "Zukunftsprojekt Padel" von 2026 nennt. Von dort stammen auch die laufenden Kosten. Die 10 Jahre sind eine selbst gesetzte Annahme der Rechnung. Grundstück, Anschlüsse, Zinsen, Steuern und Personal sind nicht eingerechnet.
Ein Vereinsplatz muss 304 bis 541 Stunden im Jahr vermieten, um sich in 10 Jahren zu bezahlen
Ein Court ist das Spielfeld von 20 mal 10 Metern mit Stahlgerüst, Glas- und Gitterwänden. Damit ein Court seine Baukosten in 10 Jahren zurückbringt, muss jedes Jahr ein Zehntel davon hereinkommen. Dazu kommen die jährlichen Kosten für Pflege, Strom, Versicherung und eine Rücklage für den Kunstrasen. Beides zusammen ergibt die nötigen Einnahmen. Geteilt durch 32 Euro je Stunde ergibt sich die Zahl der Stunden, die der Court mindestens vermieten muss.
| Anlage mit 1 Court | Baukosten | Ein Zehntel der Baukosten je Jahr | Jährliche Kosten | Nötige Einnahmen je Jahr | Nötige Stunden je Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Außenplatz für einen Verein | 46.100 bis 76.000 Euro | 4.610 bis 7.600 Euro | 5.100 bis 9.700 Euro | 9.710 bis 17.300 Euro | 304 bis 541 |
| Kommerzielle Außenanlage mit Lärmschutz | 80.000 bis 129.500 Euro | 8.000 bis 12.950 Euro | 5.100 bis 9.700 Euro | 13.100 bis 22.650 Euro | 410 bis 708 |
Die Stundenzahlen sind aufgerundet. Die Baukosten des Vereinsplatzes umfassen Architekt und Bauantrag, Ringfundament, Standard-Court, LED-Flutlicht, Transport und Montage. Die kommerzielle Anlage enthält zusätzlich Schallgutachten und Lärmschutzwand, ein wasserdurchlässiges Fundament aus Dränasphalt und einen Panoramic-Court, dessen Rückwände ohne Stahlpfosten aus 12 Millimeter starkem Glas bestehen. Dazu kommt ein texturierter Kunstrasen, dessen gekräuselte Fasern den Sand festhalten.
Wer die Baukosten schneller zurückhaben will, braucht mehr Stunden. Bei 800 vermieteten Stunden im Jahr ist die Amortisation eines Padelplatzes für einen Verein nach 2,2 bis 4,8 Jahren erreicht. Die Baukosten Ihrer eigenen Anlage addiert der Padelplatz-Kostenrechner aus Fundament, Court-Typ und Ausstattung.
Ein Padelplatz bringt im Durchschnitt 32 Euro je Stunde ein
Laut DTB liegen die Stundenpreise zwischen 20 Euro auf Außenplätzen und 40 Euro in Hallen, im Durchschnitt bei 32 Euro. Der Verband empfiehlt gestaffelte Preise. Mitglieder zahlen weniger als Gäste, und abends sowie am Wochenende kostet eine Stunde mehr als zu Randzeiten. Ein digitales Buchungssystem rechnet diese Preise automatisch ab.
Ein Verein nimmt das Geld oft über Beiträge ein statt über Platzmiete. Beim TC Weiden kostet die Padelmitgliedschaft laut DTB 372 Euro im Jahr, und Gäste zahlen 10 Euro je Stunde. Mit 300 Padelmitgliedern kamen dort 2025 75.000 Euro an Padel-Beiträgen zusammen. Der TC Schiefbahn steigerte seine Vereinseinnahmen nach dem Bau von zwei Courts und weiteren Neuerungen um über 50.000 Euro im Jahr.
Neben Platzmiete und Beiträgen nennt der DTB weitere Einnahmen. Kurse und Training bringen zusätzliches Geld, ebenso Turniere mit Startgeld und Gastronomie. Firmen buchen den Court für Betriebssport und Teamveranstaltungen. Lokale Unternehmen zahlen für Werbebanner an den Gittern oder Aufkleber auf den Glaswänden.
Laufende Kosten von 3.500 bis 7.000 Euro fallen auch an, wenn niemand spielt
Der DTB beziffert die laufenden Kosten eines Courts auf 1.000 bis 2.000 Euro für Pflege und Wartung, etwa 1.500 bis 3.000 Euro für Strom und etwa 1.000 bis 2.000 Euro für die Versicherung im Jahr. Diese Kosten hängen kaum davon ab, wie oft gespielt wird. Jede Stunde, in der der Court leer bleibt, bringt deshalb nichts ein und kostet trotzdem.
Dazu kommt der Kunstrasen. Auf einem Außenplatz muss er laut DTB nach etwa 3 bis 5 Jahren ersetzt werden, und ein neuer Belag kostet rund 8.000 Euro. Als jährliche Rücklage sind das 1.600 bis 2.700 Euro. Mit dieser Rücklage kostet ein Außenplatz im Jahr 5.100 bis 9.700 Euro.
Bei 32 Euro je Stunde deckt ein Court diese Kosten ab 160 bis 304 vermieteten Stunden im Jahr. Erst jede weitere Stunde bringt Geld für die Baukosten zurück. Personal und Reinigung erhöhen die laufenden Kosten eines Padelplatzes weiter, sobald die Anlage betreut wird.
In einer Halle bringt eine Stunde bis zu 40 Euro, die Heizung kostet davon 10 bis 30 Euro
Ein Court in einer Halle lässt sich das ganze Jahr vermieten und erzielt laut DTB bis zu 40 Euro je Stunde. Der Padelplatz-Kostenrechner setzt für einen Court in einer bestehenden Halle 72.500 bis 138.000 Euro an. Darin stecken Nutzungsänderung und Brandschutz, ein Full-Panoramic-Court als teuerste Court-Bauart, Licht, Heizstrahler, Akustikpaneele, Drehkreuz, Transport und Montage. Die Sanierung der Halle selbst und ihre Miete sind nicht enthalten.
Geheizt wird meist mit Dunkelstrahlern. Das sind Infrarot-Heizstrahler, die nicht sichtbar glühen und vor allem die Spieler erwärmen statt der ganzen Hallenluft. Sie kosten im Betrieb 10 bis 30 Euro je Stunde. Bei 40 Euro Stundenpreis verbraucht die Heizung damit ein Viertel bis drei Viertel der Einnahme.
Eine Traglufthalle, also eine Hülle aus Kunststoffmembran, die ein Gebläse aufrecht hält, kann in einer Wintersaison bis zu 60.000 Euro an Heiz- und Stromkosten verursachen. Ob sich die Halle besser rechnet als der Außenplatz, entscheiden deshalb Miete, Heizkosten und die Zahl der Winterbuchungen. Wer keine Halle hat, zahlt für eine neue Überdachung je nach Bauart 60.000 Euro bis 250.000 Euro zusätzlich. Damit kostet eine Padelhalle im Vergleich zum Außenplatz schon beim Bau ein Mehrfaches.
Mehr als 2.000 Courts in Deutschland machen den Standort zur wichtigsten Frage
Padel wächst in Deutschland schnell. Anfang 2023 gab es laut DTB 130 Courts an 41 Standorten. Im September 2026 zählt die Datenbank Padelfinder.de nach Angaben von Statista mehr als 2.000 Courts an fast 600 Standorten. Hamburg hat inzwischen mehr als vier Courts je 100.000 Einwohner.
Mit jeder neuen Anlage teilen sich die Spieler einer Region auf mehr Courts. Prüfen Sie deshalb vor dem Bau, wie viele Anlagen im Umkreis bereits stehen und wie voll deren Buchungskalender sind. Der DTB rät Vereinen, die Nachfrage mit Schnuppertagen oder einem Besuch einer bestehenden Anlage zu testen.
Tennisvereine bringen dafür viel mit. Laut DTB stehen in Europa über 70 Prozent der Padel-Courts auf Tennisanlagen. Ein Tennisverein hat Mitglieder und oft schon Umkleiden, Parkplätze und ein Vereinsheim. Auf der Fläche eines Tennisplatzes finden laut DTB zwei bis drei Padel-Courts Platz.
Gemeinnützige Vereine bekommen Zuschüsse, gewerbliche Betreiber finanzieren mit Kredit
Ein gemeinnütziger Verein kann für den Bau Fördergelder von Land und Gemeinde beantragen. Der TC Neuberg baute zwei Außen-Courts für rund 200.000 Euro brutto mit einer Förderquote von 40 bis 45 Prozent. Die Förderquote ist der Anteil der förderfähigen Kosten, den der Zuschuss übernimmt. Mit 40 Prozent Zuschuss auf die gesamten Baukosten sinkt die nötige Stundenzahl des Vereinsplatzes von 304 bis 541 auf 246 bis 446 Stunden im Jahr.
Mit den Einnahmen wachsen beim Verein die steuerlichen Fragen. Der DTB weist darauf hin, dass ab einer gewissen Auslastung, vor allem bei Vermietung an Gäste, Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer eine Rolle spielen. Je nach Beitragsmodell kann auch die Gemeinnützigkeit berührt sein. Lassen Sie das vor dem Bau von einer Steuerberatung prüfen, weil die Regeln vom Einzelfall abhängen.
Ein gewerblicher Betreiber bekommt in der Regel keine Zuschüsse aus der Sportstättenförderung. Er finanziert mit Eigenkapital, mit einem Bankkredit, oft als Förderkredit der KfW über die Hausbank, oder mit Leasing beim Hersteller. Jeder Euro Zinsen erhöht dabei die Zahl der Stunden, die der Court im Jahr verkaufen muss.
Häufige Fragen zur Wirtschaftlichkeit eines Padelplatzes
Wie viel kostet eine Stunde auf einem Padelplatz in Deutschland?
Eine Stunde auf einem Padelplatz kostet in Deutschland laut Deutschem Tennis Bund zwischen 20 Euro auf Außenplätzen und 40 Euro in Hallen. Im Durchschnitt bringt die Vermietung eines Courts 32 Euro je Stunde ein. Vereinsmitglieder zahlen oft weniger als Gäste, und abends sowie am Wochenende ist eine Stunde teurer.
Wie hoch sind die laufenden Kosten eines Padelplatzes im Jahr?
Die laufenden Kosten eines Padelplatzes liegen laut DTB bei 3.500 bis 7.000 Euro je Court und Jahr. Darin stecken Pflege und Wartung, Strom und Versicherung. Auf einem Außenplatz kommt eine Rücklage von 1.600 bis 2.700 Euro im Jahr für den Kunstrasen dazu, der nach 3 bis 5 Jahren für rund 8.000 Euro ersetzt werden muss.
Ab wie vielen Stunden im Jahr deckt ein Padelplatz seine laufenden Kosten?
Ein Padelplatz deckt seine laufenden Kosten ab 160 bis 304 vermieteten Stunden im Jahr, gerechnet mit 32 Euro je Stunde. Die Rechnung teilt die jährlichen Kosten von 5.100 bis 9.700 Euro, Rücklage für den Kunstrasen eingeschlossen, durch den Stundenpreis. Erst die Stunden darüber bringen die Baukosten zurück.
Wie viele Padelcourts gibt es in Deutschland?
In Deutschland gibt es mehr als 2.000 Padelcourts an fast 600 Standorten. Diese Zahl nennt Statista im September 2026 nach der Datenbank Padelfinder.de. Anfang 2023 waren es laut Deutschem Tennis Bund erst 130 Courts an 41 Standorten.
Wie viel nimmt ein Tennisverein mit Padelplätzen ein?
Ein Tennisverein mit Padelplätzen nimmt je nach Größe und Beitragsmodell sehr unterschiedlich ein. Der TC Weiden kam laut DTB 2025 mit 300 Padelmitgliedern auf 75.000 Euro an Padel-Beiträgen. Der TC Schiefbahn steigerte seine Vereinseinnahmen nach dem Bau von zwei Courts und weiteren Neuerungen um über 50.000 Euro im Jahr.