Wann amortisiert sich ein Padelplatz?
Ein Vereins-Außenplatz für 46.100 bis 76.000 Euro amortisiert sich bei 800 vermieteten Stunden im Jahr nach 2,2 bis 4,8 Jahren. Mit Rechenweg.

Ein Außenplatz für einen Verein amortisiert sich nach 2,2 bis 4,8 Jahren, wenn er im Jahr 800 Stunden zu je 32 Euro vermietet. Bei 400 Stunden dauert es 6,0 bis 24,5 Jahre, bei 1.200 Stunden 1,4 bis 2,6 Jahre. Die Baukosten von 46.100 bis 76.000 Euro je Court stammen aus den Preisspannen des Padelplatz-Kostenrechners.
Amortisiert heißt, dass die Einnahmen die Baukosten vollständig zurückgebracht haben. Die 32 Euro sind der durchschnittliche Stundenpreis, den der Deutsche Tennis Bund (DTB) in seinem Leitfaden "Zukunftsprojekt Padel" von 2026 nennt. Aus demselben Leitfaden stammen die laufenden Kosten. Wie viele Stunden ein Platz verkauft, weiß vor dem Bau niemand. Die drei Stundenzahlen sind deshalb Annahmen, und sie zeigen, wie stark die Dauer an der Nachfrage hängt.
Die Amortisationsdauer ergibt sich aus den Baukosten geteilt durch den Überschuss eines Jahres
Die Rechnung braucht drei Größen. Die erste sind die Baukosten, also alles, was bis zur Eröffnung bezahlt wird. Die zweite sind die Einnahmen eines Jahres, ob als Platzmiete oder als Beitrag der Mitglieder. Die dritte sind die laufenden Kosten, die jedes Jahr anfallen, auch wenn niemand spielt. Zieht man die laufenden Kosten von den Einnahmen ab, bleibt der Überschuss. Die Amortisationsdauer in Jahren ergibt sich aus den Baukosten geteilt durch diesen Überschuss.
Ein Court ist das Spielfeld von 20 mal 10 Metern mit Stahlgerüst, Glas- und Gitterwänden, und Hersteller nennen ihre Preise je Court. Für einen Außenplatz eines Vereins mit einem Court rechnet der Padelplatz-Kostenrechner 46.100 bis 76.000 Euro. Darin stecken Architekt und Bauantrag, Ringfundament, Standard-Court, LED-Flutlicht, Transport und Montage. Die untere Grenze gilt, wenn jeder Posten am günstigsten ausfällt, die obere, wenn jeder am teuersten ausfällt.
Die Rechnung kombiniert deshalb die niedrigen Baukosten mit dem höchsten Überschuss und die hohen Baukosten mit dem niedrigsten. So entsteht eine Spanne vom günstigsten bis zum ungünstigsten Fall. Nicht enthalten sind das Grundstück oder die Pacht, der Anschluss an Strom und Wasser, Wege und Parkplätze, die Zinsen eines Kredits und Steuern. Wer dafür zahlt, addiert diese Beträge zu den Baukosten oder zu den laufenden Kosten.
Bei 32 Euro je Stunde bringt ein Court 12.800 bis 38.400 Euro im Jahr ein
Der DTB nennt in seinem Leitfaden Stundenpreise zwischen 20 Euro auf Außenplätzen und 40 Euro in Hallen. Im Durchschnitt bringt die Vermietung eines Courts 32 Euro je Stunde ein. Diesen Durchschnitt nutzt die Rechnung, damit Außenplatz und kommerzielle Anlage mit demselben Preis verglichen werden.
| Vermietete Stunden im Jahr (Annahme) | Stunden pro Woche | Einnahmen im Jahr bei 32 Euro |
|---|---|---|
| 400 | rund 8 | 12.800 Euro |
| 800 | rund 15 | 25.600 Euro |
| 1.200 | rund 23 | 38.400 Euro |
Ein Verein erzielt dieselben Einnahmen oft über Beiträge statt über Platzmiete. Beim TC Weiden kostet eine Padelmitgliedschaft laut DTB 372 Euro im Jahr. Der Verein nahm 2025 mit 300 Padelmitgliedern 75.000 Euro an Padel-Beiträgen ein.
Wie viele Stunden ein Court tatsächlich verkauft, hängt von der Nachfrage am Standort ab, von den Öffnungszeiten, vom Flutlicht und vom Wetter. Eine belastbare bundesweite Zahl zur Auslastung von Padelplätzen liegt nicht vor. Fragen Sie deshalb bestehende Anlagen in Ihrer Region nach ihren Buchungen. Der DTB empfiehlt Vereinen außerdem Schnuppertage, um die Nachfrage vor dem Bau zu prüfen.
Laufende Kosten und Rücklage für den Kunstrasen kosten 5.100 bis 9.700 Euro im Jahr
Der DTB nennt für die laufenden Kosten eines Courts nach dem Bau drei Posten. Pflege und Wartung kosten 1.000 bis 2.000 Euro im Jahr, Strom etwa 1.500 bis 3.000 Euro und die Versicherung etwa 1.000 bis 2.000 Euro. Zusammen sind das 3.500 bis 7.000 Euro.
Dazu kommt der Kunstrasen, der sich mit jeder gespielten Stunde abnutzt. Auf einem Außenplatz muss er laut DTB nach etwa 3 bis 5 Jahren ersetzt werden, in einer Halle nach etwa 5 bis 7 Jahren. Ein neuer Belag kostet rund 8.000 Euro. Die Rechnung verteilt diesen Betrag als Rücklage auf die Jahre bis zum Austausch. 8.000 Euro geteilt durch 5 Jahre ergeben 1.600 Euro, geteilt durch 3 Jahre aufgerundet 2.700 Euro im Jahr.
| Posten je Court und Jahr | Betrag |
|---|---|
| Pflege und Wartung | 1.000 bis 2.000 Euro |
| Strom | 1.500 bis 3.000 Euro |
| Versicherung | 1.000 bis 2.000 Euro |
| Rücklage für neuen Kunstrasen, Außenplatz | 1.600 bis 2.700 Euro |
| Summe | 5.100 bis 9.700 Euro |
Die laufenden Kosten eines Padelplatzes steigen, sobald Personal, Reinigung oder eine Buchungssoftware dazukommen. Diese Posten fehlen in der Summe, weil sie von Anlage zu Anlage sehr verschieden sind.
Bei 800 Stunden im Jahr amortisiert sich ein Vereinsplatz in 2,2 bis 4,8 Jahren
Der Überschuss ist die Einnahme bei 32 Euro je Stunde abzüglich der jährlichen Kosten von 5.100 bis 9.700 Euro. Die Tabelle teilt die Baukosten der beiden Außenanlagen durch diesen Überschuss. Beide Anlagen haben einen Court.
| Vermietete Stunden im Jahr | Überschuss im Jahr | Außenplatz für einen Verein, 46.100 bis 76.000 Euro | Kommerzielle Außenanlage mit Lärmschutz, 80.000 bis 129.500 Euro |
|---|---|---|---|
| 400 | 3.100 bis 7.700 Euro | 6,0 bis 24,5 Jahre | 10,4 bis 41,8 Jahre |
| 800 | 15.900 bis 20.500 Euro | 2,2 bis 4,8 Jahre | 3,9 bis 8,1 Jahre |
| 1.200 | 28.700 bis 33.300 Euro | 1,4 bis 2,6 Jahre | 2,4 bis 4,5 Jahre |
Für den günstigsten Fall teilt die Rechnung die untere Grenze der Baukosten durch den höchsten Überschuss. Beim Vereinsplatz mit 800 Stunden ergibt das 2,2 Jahre. Im ungünstigsten Fall teilt sie die obere Grenze durch den niedrigsten Überschuss von 15.900 Euro und kommt auf 4,8 Jahre.
Die kommerzielle Außenanlage braucht länger, weil sie mehr kostet. Der Kostenrechner setzt für sie zusätzlich ein Schallgutachten und eine Lärmschutzwand an, dazu ein wasserdurchlässiges Fundament aus Dränasphalt und einen Panoramic-Court, dessen Rückwände ohne Stahlpfosten aus 12 Millimeter starkem Glas bestehen. Der DTB empfiehlt, abends, am Wochenende und von Gästen höhere Preise zu verlangen als zu Randzeiten und von Mitgliedern. Jeder Euro, den der Court im Schnitt mehr je Stunde einbringt, erhöht den Überschuss bei 800 Stunden um 800 Euro im Jahr.
Unter 400 Stunden im Jahr, also unter 8 Stunden pro Woche, zieht sich die Amortisation bei hohen Baukosten über Jahrzehnte. Wie schnell sich ein Court bezahlt macht, entscheiden deshalb vor allem die Spieler, die ihn regelmäßig buchen.
Ein schwaches erstes Jahr verlängert die Amortisation um 0,6 bis 0,8 Jahre
Eine neue Anlage braucht Zeit, bis sich feste Spielgruppen bilden. Der TC Neuberg gewann laut DTB in drei Jahren rund 140 neue Padelmitglieder, der TC Schiefbahn über 200 in zwei Jahren. Die Nachfrage wächst also über mehrere Jahre.
Die Rechnung nimmt deshalb an, dass der Vereinsplatz im ersten Jahr nur 400 Stunden vermietet und ab dem zweiten Jahr 800 Stunden. Im ersten Jahr kommen dann nur 3.100 bis 7.700 Euro Überschuss zurück. Den Rest der Baukosten tragen die folgenden Jahre mit 15.900 bis 20.500 Euro Überschuss. Die Amortisation dauert damit 2,9 bis 5,6 Jahre statt 2,2 bis 4,8 Jahre.
Planen Sie die ersten zwei Betriebsjahre mit einer Reserve für Kurse, Turniere und Schnupperangebote. Der DTB nennt solche Einsteigerangebote und offene Spielformate als Weg, neue Spieler auf den Court zu holen.
Ein Zuschuss von 40 Prozent verkürzt die Amortisation eines Vereinsplatzes auf 1,3 bis 2,9 Jahre
Gemeinnützige Vereine bekommen für den Bau von Sportstätten oft Zuschüsse von Land und Gemeinde. Der TC Neuberg baute zwei Außen-Courts für rund 200.000 Euro brutto, und die Förderquote lag laut DTB bei 40 bis 45 Prozent. Die Förderquote ist der Anteil der förderfähigen Kosten, den der Zuschuss übernimmt.
Die Rechnung nimmt einen Zuschuss von 40 Prozent auf die gesamten Baukosten an. Der Verein trägt dann noch 60 Prozent der 46.100 bis 76.000 Euro selbst. Bei 800 vermieteten Stunden hat sich sein Eigenanteil nach 1,3 bis 2,9 Jahren amortisiert.
Zuschüsse werden in der Regel erst nach der Fertigstellung ausgezahlt. Bis dahin muss der Verein den Bau mit einem Kredit oder eigenem Geld vorfinanzieren. Die Fördergelder für den Bau von Sportanlagen gehen in der Regel an gemeinnützige Vereine. Gewerbliche Betreiber bekommen solche Zuschüsse meist nicht und rechnen ohne diesen Abzug.
Häufige Fragen zur Amortisation eines Padelplatzes
Wie lange dauert es, bis sich ein Padelplatz für einen Verein bezahlt macht?
Ein Padelplatz für einen Verein macht sich nach 2,2 bis 4,8 Jahren bezahlt, wenn er 800 Stunden im Jahr zu je 32 Euro vermietet. Die Baukosten von 46.100 bis 76.000 Euro je Court stammen aus den Preisspannen des Padelplatz-Kostenrechners, die laufenden Kosten und der Stundenpreis aus dem Leitfaden des DTB. Bei 400 Stunden im Jahr dauert es 6,0 bis 24,5 Jahre.
Verlängert ein Kredit die Amortisation eines Padelplatzes?
Ja, ein Kredit verlängert die Amortisation eines Padelplatzes, weil die Zinsen als zusätzliche Kosten vom Überschuss abgehen. Bei einem Kredit über 100.000 Euro mit 10 Jahren Laufzeit und einem angenommenen Zinssatz von 4 Prozent zahlen Sie insgesamt 21.494 Euro Zinsen. Den tatsächlichen Zinssatz legt Ihre Bank am Tag der Zusage fest. Zur Finanzierung eines Padelplatzes gehören neben dem Kredit oft Eigenmittel, Zuschüsse oder Leasing.
Wann muss der Kunstrasen eines Padelplatzes erneuert werden?
Der Kunstrasen eines Padelplatzes muss auf einem Außenplatz nach etwa 3 bis 5 Jahren erneuert werden, in einer Halle nach etwa 5 bis 7 Jahren. So steht es im Leitfaden "Zukunftsprojekt Padel" des DTB, der die Kosten für einen neuen Belag mit rund 8.000 Euro angibt. Legen Sie dafür jedes Jahr 1.600 bis 2.700 Euro zurück.
Amortisiert sich ein Court in einer Halle schneller als ein Außenplatz?
Ein Court in einer Halle amortisiert sich nicht automatisch schneller als ein Außenplatz. Er bringt nach DTB bis zu 40 Euro je Stunde statt 20 Euro auf einem Außenplatz und lässt sich auch im Winter vermieten. Dafür kostet ein Court in einer bestehenden Halle nach den Preisspannen des Padelplatz-Kostenrechners 72.500 bis 138.000 Euro, ohne die Sanierung der Halle selbst. Geheizt wird meist mit Dunkelstrahlern, also Infrarot-Heizstrahlern, die nicht sichtbar glühen. Sie kosten im Betrieb zusätzlich 10 bis 30 Euro je Stunde, und die Miete der Halle kommt dazu.
Welche Kosten fehlen in der Amortisationsrechnung für einen Padelplatz?
In der Amortisationsrechnung für einen Padelplatz fehlen das Grundstück oder die Pacht, der Anschluss an Strom und Wasser, Wege, Parkplätze, Zinsen und Steuern. Diese Kosten kennt der Padelplatz-Kostenrechner nicht, weil sie je nach Grundstück und Gemeinde sehr verschieden ausfallen. Fragen Sie die Anschlusskosten beim Versorger und bei der Gemeinde an und rechnen Sie sie zu den Baukosten.